TikTok sperrt Werbekonto für Musk-Dokumentarfilm von Alex Gibney unter Verweis auf Richtlinie zu politischen Inhalten
Der Verleih Bleecker Street legt nach eigenen Angaben Widerspruch gegen die dauerhafte Sperrung ein, die mit der Ausweitung des Kinostarts zusammenfiel. TikTok äußerte sich nicht.

Das Wichtigste
- 1TikTok hat das Konto für bezahlte Werbung von Bleecker Street für den Dokumentarfilm Musk dauerhaft gesperrt und verwies dabei auf seine Richtlinie zu politischen Inhalten, wie The Hollywood Reporter berichtet.
- 2The Hollywood Reporter zufolge bleibt das unbezahlte Konto aktiv, kann Beiträge aber nicht mehr gegen Bezahlung bewerben; TheWrap berichtete, das Konto sei von der Plattform entfernt worden.
- 3Bleecker Street bestätigte die Sperrung und legt Widerspruch ein; TikTok äußerte sich nicht und benannte laut TheWrap nicht, welche Regeln verletzt worden sein sollen.
- 4Meta und YouTube nahmen frühere Ablehnungen von Trailer-Anzeigen zurück, während X sich weigert, Anzeigen für den Film zu schalten.
- 5Der Film spielte am Eröffnungswochenende in vier Kinos rund 70.000 Dollar ein; für dieses Wochenende werden laut von TheWrap zitierten Branchenschätzungen rund 297.000 Dollar aus 472 Kinos erwartet.
Die ganze Meldung
TikTok hat das Werbekonto dauerhaft gesperrt, über das der Verleih Bleecker Street den Dokumentarfilm Musk von Alex Gibney über Elon Musk beworben hat, wie The Hollywood Reporter berichtet. Dem Medium zufolge wurde der Verleih am Freitagnachmittag über die bevorstehende Sperrung informiert und verlor kurz darauf die Möglichkeit, Anzeigen zu buchen. TikTok verwies auf das, was es als wiederholte politische Inhalte unter Verstoß gegen seine Regeln bezeichnete. Der Schritt erfolgte, als der Film von vier Kinos auf mehr als 470 Leinwände in Nordamerika ausgeweitet wurde.
Laut The Hollywood Reporter ist das reguläre, unbezahlte TikTok-Konto des Films weiterhin aktiv, Bleecker Street kann seine Beiträge jedoch nicht mehr gegen Bezahlung bewerben. Andere Medien beschrieben die Lage anders: TheWrap berichtete unter Berufung auf Vertreter des Verleihs, das Konto mit mehr als 10.000 Followern sei nach der Mitteilung von der Plattform entfernt worden, während The Verge von einem Bann des Kontos sprach. Ein Sprecher von Bleecker Street bestätigte die Sperrung gegenüber The Hollywood Reporter, äußerte Enttäuschung über den Zeitpunkt und erklärte, das Unternehmen lege Widerspruch ein. Das Medium merkte an, dass selbst eine Rücknahme teuer werden könnte, wenn das entscheidende Wochenendfenster verpasst wird. TikTok äußerte sich nicht.
E-Mail-Wechsel zwischen den beiden Unternehmen, die The Hollywood Reporter beschreibt, zeigen wiederholte Ablehnungen und Widersprüche zu mehreren bezahlten Beiträgen. Der Korrespondenz zufolge schrieb ein Verantwortlicher, der Trailer werde wegen politischer Inhalte weiterhin entfernt, und ein Spot, der um ein Zitat aus The New Yorker aufgebaut war, wurde mit der Begründung blockiert, es handele sich um ein Standbild. Laut The Hollywood Reporter nannte eine TikTok-Nachricht einen „Schweregrad bei Verstößen gegen die Politik-Richtlinie“ und warnte, dass „manche Verstöße eine sofortige Sperrung auslösen“. The Hollywood Reporter erklärte, es sei unklar, welche Verstöße gemeint waren, und TheWrap berichtete, TikTok habe die betroffenen Regeln nicht benannt. Rund sechs Inhalte konnten in den vergangenen Tagen nicht beworben werden, darunter eine humorvolle Anzeige zum Thema Pause mit politisch zugespitzten Witzen, die auf dem unbezahlten Konto 270.000 Aufrufe erzielte, und ein Beitrag, der die Menschen aufrief, den Film zu sehen, solange sie noch könnten.
Auch andere Plattformen gingen uneinheitlich mit der Werbung für den Film um. TechCrunch berichtete, Meta und YouTube hätten Anzeigen für den Trailer zunächst abgelehnt und später zugelassen, wobei Meta die Ablehnung auf einen Fehler zurückführte; The Verge erklärte, YouTube und Google hätten ihre Kehrtwende ebenso begründet. X, das Musk gehört, hat es abgelehnt, Anzeigen für den Film zu schalten, und TheWrap berichtete, Musk habe den Dokumentarfilm auf dieser Plattform kritisiert. TechCrunch ergänzte, Gibney habe bestätigt, dass der internationale Verleih des Films, Universal, bei seinen Veröffentlichungsplänen gezögert habe, nun aber daran festhalte.
The Hollywood Reporter merkte an, dass TikTok keine offizielle Verbindung zu Musk hat, aber teilweise Larry Ellison gehört, der im Film durch eine Textnachricht vorkommt, in der er Hilfe bei der Finanzierung des Twitter-Kaufs durch Musk anbietet; TechCrunch präzisierte, dass Ellison teilweise das US-Geschäft von TikTok besitzt, während TheWrap die Verbindung über die Beteiligung von Oracle beschrieb. HBO, das den Dokumentarfilm finanziert hat und ihn im nächsten Jahr streamen will, gehört laut TechCrunch und TheWrap inzwischen zu Skydance unter der Führung von David, dem Sohn von Ellison. Der Film dauert 235 Minuten inklusive Pause. Am Eröffnungswochenende spielte er in vier Kinos in New York und Los Angeles rund 70.000 Dollar ein, und TheWrap erklärte unter Berufung auf Branchenschätzungen, für dieses Wochenende würden rund 297.000 Dollar aus 472 Kinos erwartet, im Durchschnitt 629 Dollar pro Kino.
Warum es wichtig ist
Bezahlte Werbung auf sozialen Plattformen ist ein Standardinstrument für das Marketing von Kinofilmen, und ihr Wegfall während eines Wochenendes mit breitem Kinostart kann die Sichtbarkeit beeinträchtigen. Der Fall zeigt zudem, wie unterschiedlich Plattformen ihre Regeln für politische Werbung anwenden: Meta und YouTube nahmen frühe Ablehnungen der Anzeigen für den Film zurück, während TikTok das Werbekonto sperrte und X es ablehnt, überhaupt Anzeigen zu schalten.
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Themen#TikTok#Werbung#Content-Moderation#Dokumentarfilm#Bleecker Street#Elon Musk
Quellen
Diese Meldung stützt sich auf die folgenden Quellen. Lesen Sie sie für den vollständigen Kontext.
- 1The Hollywood Reporter · NachrichtenberichtTikTok "Permanently Suspends" the 'Musk' Film Ad Account, Raising Suppression Fears (Exclusive)www.hollywoodreporter.com
- 2TechCrunch · NachrichtenberichtTikTok permanently bans 'Musk' documentary advertising accounttechcrunch.com
- 3The Verge · NachrichtenberichtTikTok bans Musk documentary accountwww.theverge.com
- 4TheWrap · Nachrichtenbericht'Musk' Documentary's TikTok Account 'Permanently Suspended' as Film Hits Theaterswww.thewrap.com



