Sophie Adenot nach 237 Tagen auf der Raumstation zurück in Europa
Die ESA-Astronautin ist in Köln gelandet, nachdem sie mit Crew-12 vor der Küste Kaliforniens gewassert war. Laut ESA ist ihre εpsilon-Mission der bislang längste einzelne Raumflug eines Europäers.

Das Wichtigste
- 1Sophie Adenot landete am 10. Oktober in Köln, nachdem Crew-12 am 8. Oktober vor der Küste Kaliforniens gewassert war.
- 2Laut ESA ist ihre εpsilon-Mission mit 237 Tagen der längste einzelne Raumflug eines Europäers, mehr als 35 Tage länger als die Mission Beyond von Luca Parmitano.
- 3Laut ESA ist Crew-12 die bislang längste SpaceX-Dragon-Mission, vor Crew-8 mit 235 Tagen.
- 4Sie absolvierte drei Außenbordeinsätze in 14 Tagen; laut ESA ist sie die erste Französin und die zweite Europäerin, die einen solchen Einsatz unternommen hat.
- 5Es folgen zwei bis drei Wochen Wiedereingewöhnung und Datenerhebung in der DLR-Einrichtung :envihab neben dem EAC.
Die ganze Meldung
ESA-Astronautin Sophie Adenot ist am 10. Oktober in Köln eingetroffen und hat damit ihre Heimreise von der Internationalen Raumstation abgeschlossen. Nach Angaben der ESA dauerte ihre εpsilon-Mission, ihre erste, vom Start am 13. Februar 2026 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida an gerechnet 237 Tage, 5 Stunden und 18 Minuten. Ein Airbus A330 MRTT Phénix der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte flog sie zum Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der Agentur, wo die Maschine um 04:21 GMT / 06:21 CEST aufsetzte. Familie, Kolleginnen und Kollegen, Journalistinnen und Journalisten sowie Vertreter der ESA-Mitgliedstaaten empfingen sie auf dem Vorfeld.
Zu ihrer Crew gehörten Roscosmos-Kosmonaut Andrei Fedyaev sowie die NASA-Astronautin Jessica Meir und der NASA-Astronaut Jack Hathaway. Das Crew-12-Team verließ die Station am 7. Oktober um 12:05 GMT/14:05 CEST, die Rückreise dauerte 27 Stunden und 29 Minuten. Laut ESA wasserte ihre Kapsel Dragon Freedom am 8. Oktober um 15:34 GMT/17:34 CEST nahe Los Angeles, nachdem sie beim Wiedereintritt von rund 28 000 km/h auf etwa 500 km/h abgebremst hatte. Bergungsteams hievten die Kapsel auf das SpaceX-Schiff Shannon; Adenot stieg als drittes Crewmitglied aus. Nach medizinischen Untersuchungen an Bord flog die Crew per Hubschrauber an Land und anschließend mit einem NASA-Flugzeug nach Ellington Field in Houston, wo erste Aktivitäten nach dem Flug anstanden.
Die ESA bezeichnet den Flug als den längsten einzelnen Raumflug eines Europäers; er übertreffe die bisherige Bestmarke, die Luca Parmitano mit seiner Mission Beyond aufgestellt hatte, um mehr als 35 Tage. Die Agentur ergänzt, Crew-12 sei nun die längste SpaceX-Dragon-Mission, vor den 235 Tagen von Crew-8. Adenot absolvierte drei Außenbordeinsätze innerhalb von 14 Tagen und verbrachte insgesamt 19 Stunden und 42 Minuten außerhalb der Station. Damit ist sie laut ESA die erste Französin und nach Samantha Cristoforetti die zweite Europäerin, die einen Außenbordeinsatz unternommen hat.
An Bord führte Adenot europäische Experimente in Bereichen wie Gesundheitsforschung, Materialwissenschaft, Biologie, Fluidphysik, Strahlenphysik und Grundlagenforschung durch. Zudem half sie bei der Erprobung von Technologien für künftige Explorationsmissionen, darunter das neue europäische Trainingsgerät E4D und der 3D-Metalldruck im Orbit, und unterstützte kommerzielle Nutzlasten. Die ESA zählt rund 218 Stunden Arbeit an 35 europäischen Nutzlasten sowie etwa 25 Stunden für Wartung oder Aufrüstung von ESA-Systemen in Columbus, der europäischen Forschungseinrichtung auf der Station. Nach Angaben der Agentur schloss sie alle εpsilon-spezifischen Experimente ab, die die französische Raumfahrtagentur CNES vorgeschlagen hatte, ebenso wie alle ihr zugewiesenen ESA-Experimente.
Adenot wird nun zwei bis drei Wochen damit verbringen, sich wieder an die Schwerkraft zu gewöhnen, und an Datenerhebungen in :envihab teilnehmen, einer Einrichtung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) neben dem EAC, bevor sie ihre Rehabilitation mit dem EAC-Trainingsteam fortsetzt. Laut ESA erzielten ihre Social-Media-Beiträge während der Mission mehr als 403 Millionen Aufrufe, und über Bildungsprogramme erreichte sie mehr als 290 000 Schülerinnen und Schüler. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher stellte einen Zusammenhang zwischen der Mission und dem Ministertreffen der Agentur im Dezember in Rom her und sagte, Europa müsse sich „eine Rolle in der Exploration sichern, die seinem politischen und wirtschaftlichen Gewicht entspricht“.
Warum es wichtig ist
Die ESA nutzt die Mission, um ihre Ambitionen in der bemannten Raumfahrt vor der Zwischentagung des Ministerrats im Dezember in Rom zu unterstreichen – in einem Moment, den ihr Generaldirektor als entscheidend für Europa bezeichnet. Die Rekorde und Angaben zum Arbeitspensum in diesem Beitrag stammen von der ESA selbst. Die beiden ESA-Artikel nennen die Fachgebiete und die Zahl der Experimente, beschreiben aber keine wissenschaftlichen Ergebnisse daraus.
Zeitleiste
· Veröffentlicht
Themen#ESA#Sophie Adenot#Internationale Raumstation#Bemannte Raumfahrt#SpaceX Dragon
Quellen
Diese Meldung stützt sich auf die folgenden Quellen. Lesen Sie sie für den vollständigen Kontext.



